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  Geheimgang
 

Der Geheimgang


Julia und Marc schlenderten wie so oft wieder durch das alte Schulgemäuer des Schlosses und genossen das Gefühl des Vergangenen. Die hohen gewölbten Decken passten perfekt in das alte Ambiente. Die Gänge wurden von Wandteppichen und alten Ölbildern geschmückt, die die beiden schon etliche Male während ihrer Schulzeit gesehen hatten. Doch an diesem klaren Nachmittag, der auch zugleich der letzte Schultag war, bewegte sich das erste Mal ein solcher Teppich, der sonst durch seine Schwere schlaff hinab fiel.
Neugierig traten sie auf ihn zu und stellten überrascht fest, dass sie trotz der geschlossenen Fenster von einem leichten Wind umgeben wurden, dessen Ursache hinter dem Teppich verborgen sein musste.
„Wurde uns in Geschichten nicht erzählt, dass es in dieser Schule noch viele Geheimnisse gibt?“, fragte Marc mit einem Glitzern in den Augen, bevor er hinter den Teppich und tatsächlich ins Leere griff.
Es bot sich ihnen eine alte Eichentür hinter der eine steile Treppe hinab führte. Ängstlich trat Julia einen Schritt zurück.
„Ach komm schon. Endlich mal ein Abenteuer.“, forderte Marc sie auf und trat auf die alten Kalksteine.
Skeptisch folgte Julia ihm und sah sich in dem engen Gang mit der steilen Treppe neugierig um. Es gab keine Fenster und die Luft stank modrig. Einzig die Fackeln spendeten ein wenig Licht. Sie hingen an den Wänden und gaben den beiden Schülern noch mehr das Gefühl, dass sie etwas tolles entdeckt hatten.
Für einen kurzen Moment vergaßen sie sogar, dass sie sich noch in der Schule befanden und starrten stetig in die Tiefe, während sie immer weiter hinab stiegen.
Schließlich blieben sie vor einer weiteren massiven Tür stehen, die angelehnt war und hinter der leise Geräusche erklangen. Der Herzschlag der beiden Jugendliche verdoppelte sich. Sie konnten die Spannung kaum noch ertragen.
Dann rang sich Marc durch die Tür aufzustoßen. Für einen Moment drohte ihr Herzschlag völlig auszusetzen.
Sie wurden im ersten Moment von dem austretenden Licht so sehr geblendet, dass sie nichts erkennen konnten.
Die Geräusche wurden immer lauter, bis plötzlich „Was macht ihr hier“ gefragt wurde und sie erschrocken den Hausmeister erkannten, der in einem Karton wühlte.
Der versteckte Raum war bloß eine Abstellkammer!
„Das war aber ein tolles Abenteuer!“, lachten Marc und Julia ironisch und eilten in ihre wohlverdienten Ferien.

© Nina B.

 
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