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  Binnenschifffahrt
 

Vom Leben auf dem Wasser

Immer in anderen Städten sein, neue Leute kennen lernen, frei sein. Ist das Leben als Matrose nur mit Vorteilen und Freiheiten verbunden? Und was gehört eigentlich zu den Aufgaben eines Matrosen?

Gordon Becker, 20 Jahre, arbeitet auf einem Binnenschiff und hat die Ausbildung zum Matrosen letztes Jahr abgeschlossen. "Mein Tag beginnt um 6 Uhr in der Früh und endet gegen 20 Uhr. Hauptsächlich ist meine Aufgabe das Schiff instand zu halten. Beispielsweise Farbe abschleifen oder abkratzen und dann neue Farbe Schicht für Schicht auftragen", erzählt Gordon von seinem Arbeitsalltag. "Außerdem muss man als Matrose das Schiff sauber halten und beim Laden darauf achten, dass das Schiff gerade ist." Es gehören aber auch Tätigkeiten wie Taue spleißen, die Maschine warten und das Schiff teeren, damit es nicht rostet, dazu. Manchmal, wenn der Kapitän eine Pause macht, darf Gordon das Schiff auch lenken. Erlernt hat Gordon den Beruf im Schiffer-Berufskolleg Rhein, einer speziellen Schule für Binnenschiffer und Bootsbauer in Duisburg. Im Blockunterricht, der 12 Wochen am Stück gegeben wird, büffelt man in der Schule. Deutsch, Religion, Englisch und Wirtschaftslehre sind Fächer, die alle von uns kennen. Ausgefallener sind dann schon die Fächer Wasserstraßen, Elektrotechnik, Verkehrslehre für die nationale und internationale Binnenschifffahrt und Radarsimulator. Dort lernt man das Fahren des Schiffes bei schlechter Sicht mit Hilfe eines Radars, der mit elektromagnetische Wellen die Unebenheiten der Umgebung auf einen Monitor wirft. Während man an Land zur Schule geht, schläft man mit seinen Kameraden auf einem Schulschiff. Einen Platz bekommt man an der Schule, wenn man mindestens einen Hauptschulabschluss und natürlich einen Ausbildungsplatz hat. Wenn man sich für den Beruf des Matrosen entschieden hat, muss man sich im Klaren sein, dass man au feinem Binnenschiff sehr beengt lebt. Schlaf- und Wohnzimmer haben meist nur etwa 15 Quadratmeter. Die Küche und das Bad sind auch eine MIniaturausgabe im Verhältnis zu einer Wohnung an Land. Es gibt aber auch Matrosen, die eine solche haben, weil sie beispielsweise schulpflichtige Kinder haben, die sie an ihren freien Tagen besuchen. "Spontan würde ich sagen, dass ich den Beruf des Matrosen jederzeit erneut wählen würde. Aber natürlich hat das Leben auf einem Binnenschiff auch Nachteile: Man kan kaum neue Freunde kennen lernen oder regelmäßig treffen. Allerdings kommt man auch viel rum." Wenn man aber zufällig in eine Stadt kommt, in der man schon Bekannte hat, dann kann man diese immer mal wieder besuchen. Als Matrose kann man jedoch nie genau sagen, an welchem Tag man in welcher Stadt ist und wie lange der Aufenthalt dauert. Schon eine defekte Schleuse hindert das Schiff am Vorankommen, sodass sich das Schiff verspätet. Auch Freiheit hat seinen Preis.

www.du.nw.schule.de/sbk

copyright Nina B.


 
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